Nottuln trägt die Nachteile (12.02.2026)
Ausbau der Windkraft
Zu den Berichterstattungen zum Ausbau der Windkraft
In der aktuellen Diskussion geht es nicht darum, Windenergie grundsätzlich infrage zu stellen. In unserer Region sind bereits zahlreiche Anlagen genehmigt oder in Betrieb. Meine Kritik richtet sich konkret gegen den geplanten Bau von sieben weiteren Windenergieanlagen durch die Stadtwerke Münster – und zwar in einem Landschaftsschutzgebiet. Ich spreche dabei aus Erfahrung, nicht aus ideologischer Ablehnung. Ich bin die Tochter von Kurt Gertz, der vor rund 40 Jahren in Nottuln das erste privat genutzte Windrad Deutschlands aufgebaut hat. Die zentralen Probleme von damals bestehen bis heute: Windstrom entsteht, wenn Wind weht, nicht wenn er gebraucht wird. Die Speicherung ist weiterhin unzureichend. Früher waren etwa drei Tage möglich, heute etwas mehr – aber von einer tragfähigen Lösung sind wir weit entfernt. Diese Realität darf man nicht ausblenden.
Vor diesem Hintergrund lehne ich den Ausbau an diesem Standort ab – insbesondere wegen der Lage im Landschaftsschutzgebiet, der Nähe zum FFH-Gebiet und wegen des geringen Nutzens für Nottuln.
Wirtschaftlich bleibt für die Gemeinde kaum etwas übrig. Die sieben WEK sollen rund 140.000 Euro Einnahmen bringen. Die Gewerbesteuer ist frühestens nach etwa 16 Jahren zu erwarten, da Abschreibungen die Gewinne lange neutralisieren. Gleichzeitig siedeln wir immer wieder Gewerbe an, das kaum Steuern zahlt.
Ein Beispiel ist Agravis: Nach eigener Aussage zahlt das Unternehmen rund 100.000 Euro Gewerbesteuer an Nottuln, aber schätzungsweise über zehn Millionen Euro an Münster. Nottuln trägt die Belastungen durch große Lagerflächen – bei minimalem Ertrag. Ähnlich verhält es sich bei der geplanten Lagerhalle der Firma Gautsch.
Das ist der Kern meiner Kritik an der Politik in Nottuln: Es fehlt an Weitsicht, strategischer Abwägung und Ehrlichkeit zwischen Belastung, Natur- und Landschaftsschutz und tatsächlichem Nutzen. Am Ende profitieren andere – während Nottuln die Nachteile trägt. Die Flächeneigentümer verdienen mehr als die Gemeinde. Einer profitiert, die anderen ertragen es.
Barbara Wagemann
Nottuln
Alle Bürger sind Versuchskaninchen
Zum Leserbrief „Auswirkungen sind jedem zuzumuten“ vom 11. Februar
Der Leserbriefschreiber, der behauptet, dass seine Meinung von anderen nicht respektiert wird, greift doch nur wieder in seine ideologische Trick- und Mottenkiste. Wieder werden wir als Windkraftgegner beschimpft, was eindeutig wieder eine seiner populistischen Lügengeschichten ist. Klare Aussage: Ausnahmslos alle sind Befürworter der Energiewende und auch für Windkraft. Wir sind aber gegen eine Giga-Windpark in der Nähe von Wohnbebauung, von Naherholungs- und Naturschutzgebieten.
Da dieser Windpark mit 267 Meter hohen WEA einmalig in Deutschland ist, können die Auswirkungen nicht bekannt sein. Alle Bürger werden zu Versuchskaninchen degradiert. Seine und die Lobbyarbeit des Bürgermeisters für die Stadtwerke Münster und null Verständnis für Mitbürger, die Bedenken äußern, werfen doch eine Menge Fragen auf.
Schäbig ist es, allen Andersdenkenden unlautere Motive zu unterstellen. Er verwechselt, wie so häufig, seine Meinung mit Fakten. Leider ist das bei Ideologen so üblich.
Rüdiger Wüllner
Nottuln
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