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Ein politischer Offenbarungseid (18.05.2026)

Sechs anstatt acht geplante Anlagen in Nottuln-Stockum

Zum Bericht „Stadtwerke reduzieren um eine Anlage“ vom 12. Mai

Die Reduzierung des Windparkprojekts in Nottuln von ursprünglich acht auf nur noch sechs Anlagen ist ein politischer Offenbarungseid. Bürgern wurde vermittelt, das Projekt sei sauber geplant und gesundheitlich unproblematisch – nun zeigen erhebliche Schallprobleme und wirtschaftliche Einschränkungen, dass Hinweise der Bürger berechtigt waren: zu groß, zu nah, zu laut. Besonders problematisch ist das Verhalten großer Teile der lokalen Politik und insbesondere der CDU. Statt frühzeitig kritisch nachzufragen, wird die Verantwortung inzwischen Richtung Kreis Coesfeld verschoben – obwohl zuvor stets der Eindruck vermittelt wurde, alles sei fachlich geprüft und unter Kontrolle.

Gleichzeitig hält der Bürgermeister unbeirrt an der Entwicklung fest, obwohl die Verunsicherung und Verzweiflung vieler Bürger immer weiter zunimmt. Besonders erschreckend ist, dass neue wissenschaftliche Hinweise zu Infraschall und tieffrequentem Schall Teilen der lokalen Politik offenbar nicht einmal bekannt sind – darunter die Informationen der Universitätsmedizin Mainz zu möglichen erhöhten Herz- und Kreislauferkrankungen in Regionen mit massivem Windkraftausbau, die Studie aus Lyon sowie Diskussionen im Umfeld des Deutschen Ärzteblatts. Trotzdem wird bei Windenergieanlagen mit Höhen von über 260 Metern weiterhin so getan, als seien sämtliche gesundheitlichen Risiken längst abschließend erforscht und bewertet. Das ist offensichtlich nicht so!

Während viele Bürger in Senden, im Fasanenfeld oder in Hövel Existenzängste haben – Angst vor Wertverlust ihrer Häuser, gesundheitlichen Folgen und einer massiven Veränderung ihres Wohnumfeldes –, wurden kritische wissenschaftliche Hinweise […] verschwiegen oder pauschal abgetan. […]

Die Reduzierung der Anlagenzahl entlarvt das Projekt endgültig als mangelhaft und konfliktträchtig – Nottuln braucht jetzt kein weiteres ideologisches Durchdrücken, sondern endlich ein Ende dieser Planung und eine Politik, die den Bürgerwillen wieder ernst nimmt statt die Gemeinde weiter zu spalten.


Thorsten Runge,

Senden

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