Sorge um das Grundwasser nach Windrad-Haverie (07.11.2025)
Nordex-Personal darf Unfallstelle inzwischen betreten
Von Gunnar A. Pier
HAVIXBECK. 200 Tonnen Windrad-Schrott liegen seit anderthalb Wochen auf einem Feld nahe Havixbeck: Nabe und Rotoren waren komplett abgestürzt. Die Gründe sind noch unklar – derweil stellt sich die Frage: Welche Folgen hat die Havarie für die Umwelt?
Lange Zeit herrschte Unsicherheit rund um die Anlagen der „Windpark Herkentrup GmbH & Co. KG“. Drei baugleiche Windräder laufen dort seit 2024 – doch am 27. Oktober 2025 fiel von einem etwa 150 Meter hohen Turm die komplette Spitze ab – inklusive Getriebegehäuse und Rotorblätter.
Weil zunächst nicht klar war, ob der Turm noch standfest ist und auch von den benachbarten Windrädern Gefahr ausgeht, durfte sich lange niemand der Stelle nähern. „Die Unfallstelle ist seit Kurzem für Nordex-Personal begehbar“, berichtete in dieser Woche die Kreisverwaltung in Coesfeld. Und Hersteller Nordex erklärt auf Nachfrage, dass nach ersten Erkenntnissen eine fehlerhafte Montage zu dem Unglück führte. Mittlerweile werden nach Angaben der Kreis-Pressestelle die „Fragmente der Rotorblätter sehr sorgfältig von einer erfahrenen Fachfirma abgesammelt“.
Die Rotorblätter bestehen nach Angaben der Kreisverwaltung aus Laminaten, die mit Glas oder Carbon verstärkt seien. „Die Fasern des Laminats sind in eine Matrix aus Epoxidharz eingebettet und mit Balsaholz und PET-Schaum als sogenannte Sandwichmaterialien verstärkt. Die verwendeten Materialien sind voll ausgehärtet, die chemischen Substanzen und Materialien sind nicht mehr reaktiv und können somit theoretisch im Hausmüll entsorgt werden.“ Da die Materialien nicht wasserlöslich seien, gebe es keine Gefahr für das Grundwasser.
Die benachbarten Windräder stehen nach wie vor still. Damit der Kreis sie wieder freigibt, müsse zunächst die Standfestigkeit überprüft werden, so die Pressestelle: „Eine Wiederinbetriebnahme kann nur durch Freigabe des Kreises Coesfeld erfolgen.“
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