Windparkstreit: Krisengespräch in Düsseldorf (30.01.2026)
Thönnes und Korte treffen sich
Von Klaus Baumeister
MÜNSTER. Dr. Robin Korte weiß, wer Dr. Dietmar Thönnes ist. Und Thönnes weiß, wer Korte ist. Aber kennengelernt haben sich beide erst am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag.
Und das aus gutem Grund: Korte, Landtagsabgeordneter der Grünen und in Personalunion auch neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Münster, sowie Nottulns Bürgermeister Thönnes, der einen Termin in Düsseldorf hatte, hatten einiges zu besprechen. Denn in Nottuln regt sich massiver Widerstand gegen einen Windpark, den die Stadtwerke Münster in der Bauerschaft Stockum errichten möchten.
Wie Robin Korte auf Anfrage unserer Redaktion nach dem Gespräch berichtete, seien sich beide Seiten darin einig gewesen, dass eine weitere Eskalation des Streits auf jeden Fall vermieden werden müsse.
Für den Nottulner Bürgermeister, so Korte weiter, seien die Stadtwerke Münster „ein geschätzter Akteur der Energiewende“. Nach der teilweise sehr harschen Kritik von Windpark-Gegnern aus Nottuln sei er sehr dankbar für diese „positive Rückmeldung“.
Dr. Thönnes selbst hatte sich zuvor in einem offenen Brief, den er an Korte wie auch an den münsterischen Oberbürgermeister Tilman Fuchs (Grüne) geschickt hatte, in aller Deutlichkeit von einem Brief distanziert, den Nottulner Windpark-Gegner an die Mitglieder des Aufsichtsrates geschickt hatten.
Dieser Brief enthielt unter anderem eine Drohung dergestalt, dass die Mitglieder nach ihrem Versicherungsschutz für den Fall gefragt wurden, dass sie mit ihrem Privatvermögen für Fehlinvestitionen der Stadtwerke haften müssten.
Thönnes schreibt dazu: „Wenn sachliche Argumente durch persönliche Drohkulissen ersetzt werden, wird eine rote Linie überschritten.“ Oberbürgermeister Fuchs, ebenfalls Adressat des Thönnes-Briefes, wollte sich nicht dazu äußern. Fuchs sehe sich, so das städtische Presseamt, durch eine am Montag veröffentlichte Stellungnahme der Stadtwerke „ausreichend dargestellt“. Die Stadtwerke hatten den Brief der Windpark-Gegner aus Nottuln „als gezielten Versuch“ bewertet, „den Ruf der Stadtwerke Münster zu beschädigen“.
Bei der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrates am Dienstag wurden die Angriffe aus Nottuln thematisiert. Zu den Details wollte Robin Korte nichts sagen. Nur so viel: Parteiübergreifend sei man sich einig gewesen, dem Druck nicht nachzugeben.
Thönnes sicherte derweil zu, weiter mit den Stadtwerken zusammenarbeiten zu wollen. Er sei zuversichtlich, „dass wir den Windpark Nottuln-Stockum als Vorzeigeprojekt regionaler Kooperation realisieren können“.
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