Baumberge-Tourismus, ade? (03.11.2025)
Zur Berichterstattung über das Thema Windenergie in Nottuln:
„Baumberge – das Gold des Münsterlandes“, heißt es in der Tourismus-Werbung – zu Recht. Das könnte sich schon bald als Erinnerung an alte Zeiten erweisen. Wenn die über 260 Meter hohen Windkraftanlagen mit Turbinengehäusen hoch wie ein dreistöckiges Haus in Nottuln-Stockum direkt neben den Baumbergen gebaut würden, ist die Tourismus-Säule des Münsterlandes Ge-schichte.
Das Landschaftsbild wäre zerstört und wird nicht durch ein lächerliches „Ersatzgeld“ des Genehmigungsverfahrens kompensiert. Die optisch bedrängende Wirkung wäre fatal, der Schaden für die Tourismus-Branche enorm. Die volle Auslastung wie in den Herbstferien bliebe aus. Begeisterung der Gäste über reizende Parklandschaft, Ruhe, naturnahes Erleben und Aussicht vom Longinusturm bis ins Sauerland – war einmal.
Vor den ost- und nordfriesischen Inseln müssen Windparks vor den Gästestränden mindestens 40 Kilometer Abstand halten, um die Gäste nicht zu vergraulen. In Nottuln würde der Windpark zwei bis drei Kilometer neben dem „Baumberge-Strand“ stehen.
40 Kilometer Abstand sind vielleicht etwa viel – und dann wären zahlreiche bestehende Windenergieanlagen abzubauen. Aber ein Abstand von mindestens 10 Kilometern vom Höhenzug wäre angesichts der Ausmaße der geplanten Anlagen mehr als angebracht. Das sollte für die Stadtwerke ein Maßstab sein. Damit es in Zukunft nicht heißt: „Baumberge – im Herzen des Windparks“ statt „…im Herzen des Münsterlandes“.
Dr.-Ing. Ralf Hubo, Am Hang, Nottuln
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