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Bau von bis zu sieben Windkraftanlagen in Nottuln (29.01.2026)

FI akzeptiert keine andere Positionierung

Zum Bericht „Auch Befürworter schreiben Brief“ vom 24. Januar

Die Verdienste der „Friedensinitiative“ in anderen Bereichen in Ehren – aber was hat der übergriffige Windkraftlobbyismus der FI-Protagonisten noch mit Frieden für Nottuln zu tun? Andere Meinungen zum Thema – allein schon zur Positionierung von Windrädern – werden per se nicht akzeptiert. Weil sie ja falsch seien und man ja keine Wahl habe. Also auf zur Diffamierung der Diskussionsgegner: Die seien doch schon vor 13 Jahren Klimaleugner gewesen und heute wohl in der Nähe von Trump oder AfD zu verorten. Eine selbsterfundene Neiddebatte („Die privilegierten Villenbesitzer…“) wird rasch wieder aufgewärmt, während Kontra-Positionen zum Windkraft-Profitstreben einzelner nonchalant mit den Worten „wieder diese unselige Neiddebatte“ abmoderiert werden – den Spagat kann nicht jeder.

Zur Einordnung: Eine vielleicht gute Handvoll aktiv Handelnder eines Vereins mit zweistelliger Mitgliederzahl (laut Website) tritt immer wieder wie eine einflussreiche Orts-Elite mit überlegenem „Pro-Windpark-Wissen“ auf. Wahlweise machen sie sich selbst zu Advokaten des Bürgermeisters, der Politiker, des Landrats oder sogar der Stadtwerke Münster. Vermutlich im Glauben auf eine Art Recht auf alleinige Deutungshoheit. Egal, ob ein Landrat seine Sorge über die Entwicklung äußert, ein Bürgermeister Teile des Windparks für städtebaulich falsch hält, selbst Grünenpolitiker die ein oder andere Windradposition kritisch sehen oder sich inzwischen wenigstens eine Ratsfraktion völlig anders positioniert – alle werden „mit-verteidigt“ und -vereinnahmt, ob sie wollen oder nicht.

Erlangen in Nottulns Windpark-Thematik so einige wenige eine kommunalpolitische Bedeutung, die ihnen repräsentativ nicht zusteht? Zeugt es vielleicht von einer bereits bedenklichen Hybris, wenn man nun schon ganz ohne Scheu, Mandat oder Umfrage einfach direkt für die „Mehrheit Nottulns“ spricht – wie in der „offenen“, aber bislang nicht einmal offen zugänglichen, Windpark-Befürwortung der FI an die Stadtwerke Münster?

Rainer Schoof

Nottuln

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