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Äußerungen des Bürgermeisters zum Ausbau der Windkraft (10.02.2026)

Verbale Zuspitzung sorgt nicht für Akzeptanz

Zum Bericht „Thönnes: ‚Der Stil ist unerträglich’“ vom 7. Februar

Wenn Bürgermeister Thönnes den Stil der Debatte als „unerträglich“ bezeichnet, bleibt für viele Bürger die Frage offen, warum berechtigte Sorgen um Natur, Landschaft und Lebensqualität so bewertet werden – zumal intensive Gespräche über Alternativlösungen mit den Betroffenen bislang fehlten.

Konkret geht es um die Windkraftanlagen in Stockum. Die Projektierung durch die Stadtwerke Münster wurde durch Entscheidungen des Bürgermeisters und des ehemaligen Rates ermöglicht, die viele Bürger vor vollendete Tatsachen stellten. Dass die Planung nun von acht auf sieben Anlagen reduziert wurde, ändert nichts an dem massiven Eingriff in ein ortsprägendes Naherholungsgebiet. Viele Menschen vor Ort unterstützen die Energiewende ausdrücklich; sie erwarten jedoch, dass Natur- und Artenschutz sowie die Lebensqualität der Anwohner nicht untergeordnet werden.

Eine nachhaltige Energiewende braucht Akzeptanz. Diese entsteht nicht durch verbale Zuspitzung, sondern durch transparente Verfahren und die ernsthafte Prüfung alternativer Standorte, etwa durch die Ausweisung von Vorrangzonen. Hier wäre die aktive Rolle des Bürgermeisters gefragt, um zu moderieren und tragfähige Kompromisse zu entwickeln. Stattdessen entsteht der Eindruck, der Schwerpunkt liege auf der Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Münster als Wirtschaftsunternehmen. Indem man nun von einem „Vorzeigeprojekt“ spricht, werden die Sorgen der Bürger marginalisiert.

Der aktuelle „Wildwuchs“, begünstigt durch bundesweite Fördermechanismen, wird auch in Nachbarkommunen kritisch gesehen, wie der Appell der Billerbecker SPD-Fraktion zeigt. In dieser Situation eine Stildebatte loszutreten und Ängste in die Ecke des „Unerträglichen“ zu rücken, wird dem Amt des Bürgermeisters nicht gerecht. Ich wünsche mir, dass sich der Bürgermeister und der Rat schützend vor die Interessen der Nottulner Bürgerinnen und Bürger stellen – auch wenn dies bedeutet, dass diese Anlagen in Nottuln-Stockum vielleicht nicht oder an einem anderen Standort errichtet werden.

Sven Schubert

Nottuln

Etwas mehr Selbstkritik erwartet

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Der Bürgermeister bekommt Gegenwind und beschwert sich über den Stil des politischen Diskurses. Er selbst hat alles richtig gemacht. Diejenigen, die anderer Meinung sind, tragen die Verantwortung.

Spätestens seit der letzten Kommunalwahl, bei der über ein Drittel der Nottulner explizit gegen ihn gestimmt haben, obwohl er ohne Gegenkandidaten angetreten ist, dürfte klar gewesen sein, dass er durchaus umstritten ist. Ich habe etwas mehr Demut und Selbstkritik erwartet.

Das Thema Windenergie wird uns noch lange Zeit beschäftigen, auch weil es bei günstigen Bedingungen schon heute eine Überversorgung gibt, die zusätzliche Kosten verursacht. Und bei Windstille produzieren selbst tausend Anlagen zu wenig Strom. Ohne ausreichende Speicherkapazität funktioniert die Sache nicht.

Warum der ganze Aufwand? Ich vermute, es geht vor allem darum, im Jahr 2030 ein Zertifikat in der Hand zu halten, das Nottuln die Klimaneutralität bescheinigt. Und das funktioniert ohne Ausgleich der dann immer noch vorhandenen CO2-Emissionen durch Windenergieanlagen nicht. Ob sie benötigt werden oder nicht, spielt eine untergeordnete Rolle.

Dirk Hoppe

Nottuln

Stil des Bürgermeisters ist unerträglich

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Der Bürgermeister hat recht. Leider ist es genau umgedreht: Sein Stil ist inzwischen unerträglich. Positive Aussagen hört man von ihm nur über die Stadtwerke. Warum spricht man bewusst, wider besseren Wissens, fast immer von Windkraftgegnern? Das ist eine gezielte populistische Lüge, die uns diffamiert. Die Aussage zieht nicht, das alle Verfahren transparent und offen waren.

Warum antworten er und der Rat nicht auf die Fragen, die wirklich zur Aufklärung und Information der Bürger beitragen würden: Warum hat sich der Rat bewusst (Mehrheit CDU) gegen die CDU/Grüne Landesregierung gestellt? Können die Bürger Nottulns davon ausgehen, dass alle Ratsmitglieder kein persönliches Interesse an der Errichtung des Windparks haben? Wie hoch sind die Jahresmieten für eine WEA? Wir hoch ist der kalkulierte Gewinn der Stadtwerke für eine WEA nach Abzug aller Kosten? Wie hoch ist die darin enthaltene Subvention? Waren die Stadtwerke im Vorfeld tätig, um die Aufhebung des Flächennutzungsplans in Nottuln anzustoßen? Dadurch wurde die Sicherung der Standorte erst möglich.

Diese Klarstellung würde Licht in das Dunkel der Vorgänge bringen.

Rüdiger Wüllner

Nottuln

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