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Meinung ist nicht gleich Falschaussage (19.02.2026)

Zu den Leserbriefen zum Thema Windkraft

In den Leserbriefen zur Windkraft fällt mir in den vergangenen Wochen ein Muster auf: Behauptungen werden als Fakten formuliert, obwohl sie bei Prüfung nicht stimmen oder wesentlichen Kontext weglassen. Herr Runge schreibt, auf meiner Website sei von „Wertverlusten von über 20 Prozent“ zu lesen. Auf meiner Seite steht: Die RWI-Studie (2019) zeigt durchschnittlich 7% Wertverlust im 1-km-Radius. Der Wert „bis zu 23%“ gilt laut Studie ausschließlich für Altbauten vor 1950 – nicht pauschal für alle Häuser. Diesen entscheidenden Kontext lässt Herr Runge weg. Eine neuere RWI-Studie von 2024 mit 4 Millionen Datensätzen kommt sogar auf durchschnittlich 1,8%.

Das ist kein Einzelfall. Herr Wüllner behauptet, Rat und Verwaltung hätten sich „gegen die CDU/Grüne Landesregierung gestellt“ (02.02.) – die Abstimmungsprotokolle zeigen das Gegenteil: Die FNP-Aufhebung wurde im Ausschuss einstimmig beschlossen (12:0:0), auch mit CDU-Stimmen. Frau Wüllner stellt Infraschall als offene Gesundheitsfrage dar (11.02.) – das Umweltbundesamt hat 2020 in einer Langzeitstudie keinen Zusammenhang nachweisen können.

Unter den Leserbriefen steht: „Leserbriefe geben die Meinung der Verfasser wieder.“ Aber es gibt einen Unterschied zwischen Meinung und Falschaussage. Wenn jemand 40 Dezibel als zu laut empfindet, ist das eine Meinung. Wenn jemand behauptet, auf einer Website stehe etwas, und dabei den entscheidenden Kontext weglässt, ist das keine Meinung – das ist überprüfbar irreführend.

Wer die Zahlen selbst prüfen will: Auf windkraft-nottuln.de/hauswert habe ich beide RWI-Studien zusammen mit Zensus-2022-Daten zum Gebäudealter in Stockum aufbereitet. Die Petitionsanalyse mit allen geprüften Behauptungen steht auf windkraft-nottuln.de/petition. Alle Quellen sind offen einsehbar.

Leon Machens

Nottuln

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