Die beschädigten Komponenten des abgestürzten Turbinenhauses und die Rotorblätter werden jetzt schrittweise kontrolliert abtransportiert.
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Bergungsarbeiten gehen weiter (24.03.2026)

Von Stephanie Sieme

havixbeck. Schon von weitem sind sie zu sehen – und auch nicht zu übersehen. Noch immer liegen Trümmer nach der Windrad-Havarie auf dem Feld nahe des Sportplatzes bei Hohenholte. Vergangenen Oktober war dort bekanntlich der Kopf der Windkraftanlage samt Rotorblättern und damit insgesamt 200 Tonnen – so schwer wie ein Blauwal – auf den Acker in der Bauerschaft Herkentrup gekracht.

Einige Elemente und Fragmente der Anlage seien zwar schon entfernt und auch ausgelaufenes Öl abgepumpt worden, wie der Windrad-Hersteller Nordex auf Anfrage unserer Zeitung berichtet. Aber weil die Räumungsarbeiten stark witterungsabhängig seien, hätten diese auch teilweise ruhen müssen. Doch nun kommt wieder Bewegung in die Sache. Montag sind die weiteren Bergungsarbeiten gestartet. Notwendige Geräte und Materialien wie zum Beispiel Stahlplatten, Bagger und Radlader sollen für die Räumungsarbeiten angeliefert sowie ein Bauzaun aufgestellt werden, teilt Pressesprecher Felix Losada schriftlich mit. Im nächsten Schritt sollen dann die Bergung weiterer Trümmer und die Räumung beginnen – „in mehreren, klar definierten Arbeitsschritten“, wie der Windrad-Hersteller berichtet.

Zunächst werden die Rotorblätter geschnitten und nach der Demontage entsorgt. Anschließend beginnt die Bergung des Maschinenhauses. „Hierfür heben wir schrittweise eine Baugrube aus, um das Maschinenhaus und weitere Komponenten freizulegen. Dies ist eine notwendige Vorleistung, um sicher und kontrolliert die beschädigten Komponenten abzutransportieren“, erklärt Losada. In diesem Zuge werde auch potenziell ölbelasteter Boden fachgerecht abgegraben und vollständig entsorgt. Begleitet werden die Arbeiten von zwei unabhängigen Bodengutachtern, wie das Hamburger Unternehmen informiert.

Aktuell habe Nordex nur in der Kraterböschung eine Kontamination mit Betriebsmitteln entdeckt. „Alle Maßnahmen sind und werden mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Dadurch stellen wir sicher, dass sämtliche Umweltauflagen eingehalten werden“, betont Losada. Sei der Boden komplett geräumt, starte der Rückbau des Turms. „Dies dient dazu, den Standort für die Installation einer neuen Anlage vorzubereiten“, berichtet der Pressesprecher.

Wie ein genauer Zeitablauf der Arbeiten aussieht, dazu konnte Nordex keine verbindlichen Angaben machen und verweist nochmals auf die starke Witterungsabhängigkeit. „Unser Ziel ist es, die Beräumung sicher, fachgerecht und so zügig wie möglich durchzuführen“, so Losada. Alles sei eng mit den zuständigen Behörden abgestimmt.

Bisherige Analysen in Herkentrup wiesen laut Nordex darauf hin, dass „eine Kombination aus Installations- und Qualitätsabweichungen an einem Turmflansch des Stahlrohrturms zum Vorfall beigetragen haben“. Ein Zusammenhang mit dem Turbinendesign habe nicht festgestellt werden können. Im Jahr 2021 kam es in Haltern ebenfalls zur Havarie eines Windrades von Nordex. Dabei soll es sich um den gleichen Bautyp gehandelt haben. Aber: „Die Turbine in Haltern ist nicht baugleich. Sie stand auf einem Hybridturm aus Beton und Stahl mit 164 Metern Nabenhöhe und nicht auf einem reinen Stahlrohrturm“, heißt es seitens Nordex.

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