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Mehrheit möchte Verfahren fortführen (30.01.2026)

Von Ludger Warnke

Nottuln. Die Gemeinde Nottuln führt das planungsrechtliche Verfahren zur Errichtung einer einzelnen Windenergieanlage (WEA) im Bereich der Nottulner Bauerschaft Buxtrup fort. Der Ausschuss für Planen und Bauen beschloss mit 8:4-Stimmen, die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und die Beteiligung der sogenannten Träger öffentlicher Belange (zum Beispiel übergeordnete Fachbehörden) durchzuführen. Wenn der Gemeinderat den Beschluss bestätigt, wird die Gemeindeverwaltung die Unterlagen für das Vorhaben öffentlich auslegen, so dass jeder Einsicht und Stellung nehmen kann. Über den Termin der Öffentlichkeitsbeteiligung informiert die Gemeinde in ihrem Amtsblatt.

Die Erörterung des Themas im Ausschuss war mit besonderer Spannung erwartet worden, weil der Gemeinderat noch im Dezember die Entscheidung über den nächsten Verfahrensschritt mit breiter Mehrheit bei einigen wenigen Gegenstimmen vertagt hatte. Unter anderem wegen der gegenwärtig sehr kontrovers geführten Windkraftdebatte und der Position der CDU, die sich für die Erarbeitung von Leitlinien für die weitere Beurteilung des Ausbaus der Windenergie ausgesprochen hatte (wir berichteten). Dabei war das Vorhaben des Landwirts von Anfang an auf große Sympathie gestoßen.

Er möchte auf eigenem Grund eine einzelne WEA errichten (Nennleistung 5,56 Megawatt, Nabenhöhe 166 m/Rotordurchmesser 160 m; alternativ Nennleistung 6 Megawatt, Nabenhöhe 162 m/Rotordurchmesser 175 m). Mit dem in der Nachbarschaft gelegenen Klinkerwerk laufen Gespräche, dass der vor Ort erzeugte Strom direkt vom Klinkerwerk genutzt werden kann.

Das als Standort beantragte Plangebiet (circa 3,7 Hektar groß) ist derzeit als landwirtschaftliche Fläche deklariert und liegt außerhalb von im Regionalplan dargestellten Windvorrangzonen. Nach Aussage von Fachbereichsleiter Christoph Bolle reicht die Fläche nicht aus, um zwei Anlagen zu realisieren. Entsprechende Befürchtungen aus dem Ausschuss teilte er nicht.

Um die Anlage planungsrechtlich zu ermöglichen, ist eine Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde und ein Bebauungsplan notwendig. Beides befindet sich in der Aufstellung.

In einer längeren persönlichen Erklärung verwies CDU-Ratsmitglied Bernd Gerding auf die aktuelle Windkraftdebatte und bedauerte: „Es gibt viele Unwahrheiten, viele Gerüchte und auch persönliche Anfeindungen, die einer sachlichen Auseinandersetzung nicht gut tun.“

Gerding verschwieg nicht, dass es auch innerhalb der CDU-Fraktion gegensätzliche Meinungen zu dem Thema gibt und dass es in einem interfraktionellen Arbeitskreis nicht gelungen sei, eine parteiübergreifende Einigung über den von der CDU vorgeschlagenen Kriterienkatalog zu erzielen.

Der Nottulner warb gleichwohl dafür, bei der geplanten Anlage in Buxtrup den nächsten Verfahrensschritt zu gehen. Es gehe um einen Nottulner Bürger, um ein örtliches, wichtiges Unternehmen, um die Beteiligung weiterer Bürger und Nachbarn an dem Projekt. Gerding hatte sowohl mit dem Antragsteller als auch mit dem Klinkerwerk gesprochen. Sein Eindruck: „Beide haben ein großes und ernsthaftes Interesse an einer guten Lösung.“

Seinen Ausführungen schlossen sich SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Danziger und FDP-Fraktionsvorsitzender Helmut Walter gerne an. UBG-Ausschussmitglied Nico Janning äußerte sich dagegen ablehnend und verwies auf den grundsätzlichen UBG-Standpunkt, wonach man zusätzliche Beschleunigungsgebiete außerhalb der bestehenden Windenergiebereiche ablehne. Bei der anschließenden Abstimmung votierten auch drei CDU-Ausschussmitglieder gegen die Fortführung der Planung.

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