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Stadtwerke auf Wachstumskurs (16.06.2026)

Bilanz für 2025

Von Pjer Biederstädt

MÜNSTER. Die Stadtwerke Münster haben im Geschäftsjahr 2025 „trotz vieler Herausforderungen ein starkes Ergebnis“ erzielt, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk am Montag bei der Bilanz-Pressekonferenz am Hafenplatz.

Die Zahlen geben ihm recht: 13,7 Millionen Euro Jahresüberschuss erwirtschaftete der kommunale Versorger im vergangenen Jahr. „Damit liegen wir leicht über Plan“, so Jurczyk. Zum Vergleich: 2024 verbuchten die Stadtwerke einen Überschuss von 8,5 Millionen Euro. Der Zuwachs von 61,2 Prozent erklärt sich allerdings damit, dass 2024 die Grundstückrückgabe eines Teils des Osmo-Geländes durch den LVM negativ zu Buche schlug.

Mit 10,6 Millionen Euro schüttet die städtische Tochtergesellschaft den Löwenanteil ihres Überschusses an die Stadt Münster aus. „Die Stadtwerke bleiben damit ein wichtiger Anker für den städtischen Haushalt“, sagte Dr. Robin Korte, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke. „Und darauf sind wir stolz“, erwiderte Jurczyk, der gleichwohl für eine Balance zwischen Beitrag für die Stadt und Beinfreiheit für Investitionen der Stadtwerke warb.

Die Eigenkapitalquote des Unternehmens sank leicht von 38,4 auf 35,8 Prozent, denn „2025 war ein Jahr hoher Investitionen“, erklärte Jurczyk mit Blick auf das Investitionsvolumen von knapp 60 Millionen Euro in 2025. Und auch künftig sollen große Projekte gestemmt werden: „Rund eine Milliarde Euro werden die Stadtwerke Münster bis 2030 investieren – vor allem in neue Windenergieanlagen, in Anlagen für erneuerbare Fernwärme und das Glasfasernetz in Münster“, so Jurczyk.

2025 seien bereits vier neue Windräder in Betrieb gegangen, 14 weitere seien genehmigt. Sie sollen in Sendenhorst, Dülmen und Warendorf-Milte errichtet werden. Dies ist Teil der Strategie, Energieversorgung und Mobilität unabhängiger von importierten fossilen Brennstoffen, volatilen Märkten und internationalen Krisen zu machen. „Mit grüner Wärme aus Münster können uns weder Putin noch der Iran-Krieg ärgern“, so Jurczyk.

Zu dieser Strategie trägt auch die Elektrifizierung der Busflotte bei. Haben die Stadtwerke im Jahr 2017 noch über 2,6 Millionen Liter Diesel für den Betrieb ihrer Busse benötigt, waren es 2025 nur noch 540.000 Liter. Mit 97 E-Bussen ist die Umstellung auf einen Elektro-Fuhrpark weit gediehen, wie Frank Gäfgen, Stadtwerke-Geschäftsführer Mobilität, berichtete. Neun Millionen Kilometer legten die Stadtbusse 2025 zurück – ein Plus von 17,2 Prozent zum Vorjahr. Die Fahrgastzahl stieg um 4,4 Prozent auf 33,3 Millionen.

Im Kerngeschäft des Strom- und Gasvertriebs lief es für die Stadtwerke weniger rund. Sie lieferten 2025 weniger Strom (-15,4 Prozent) und Gas (-0,7 Prozent) an die Kunden. Jurczyk: Weil sich die Preise normalisiert hätten, seien „Billiganbieter“ wieder stärker in den Wettbewerb eingestiegen. Über Vergleichsplattformen werben diese Kunden ab.

Die Glasfaser-Ausbauquote liege inzwischen bei 46 Prozent. Kritik übte Jurczyk an konkurrierenden Anbietern, die bereits verlegte Netze überbauen. Das doppelte Aufbuddeln der Gehwege führe zu Mehrbelastungen für die Anwohner, ziehe Fachkräfte vom Markt und nütze im Wesentlichen privaten Investoren. „Wir überbauen nicht“, versprach Jurczyk.

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