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Harte Gangart der Windkraftgegner (27.01.2026)

Münsterische Kommunalpolitiker entsetzt über Brief aus Nottuln

Von Klaus Baumeister

MÜNSTER. Reichlich Post haben die Mitglieder des Stadtwerke-Aufsichtsrates in den vergangenen Tagen bekommen. Post aus Nottuln. Post mit äußerst unterschiedlichem Inhalt.

Sowohl die Gegner als auch die Befürworter der geplanten Windräder der Stadtwerke Münster in der Nottulner Bauerschaft Stockum haben sich in Offenen Briefen an die Mitglieder des Aufsichtsrates gewandt.

Als regelrechte Drohung wird dabei ein Brief empfunden, dessen erster Unterzeichner Dr. Rolf Gerlach ist. Der Nottulner ist in Münster als früherer Präsident des Westfälisch-Lippischen Sparkassenverbandes bestens bekannt. In dem Brief werden die Aufsichtsratsmitglieder zum Beispiel gefragt, ob ein ausreichender Versicherungsschutz vorliege, der „Sie vor persönlichen Haftungsansprüchen aus Ihrer Aufsichtsratstätigkeit schützt, die Sie sonst eventuell aus Ihrem Privatvermögen abdecken müssten?“

An anderer Stelle in dem Brief, der auch von Axel Winkler von der Bürgerinitiative Gegenwind unterzeichnet wurde, heißt es: „Wir werden in unserem Bemühen, den Windpark Nottuln-Stockum zu verhindern, nicht nachlassen. An persönlichem Engagement, Zeit und Geld wird es nicht fehlen. Alle, wirklich alle Möglichkeiten unseres Rechtsstaates werden wir ausschöpfen.“

In Aufsichtsratskreisen ist zu hören, dass dieser Brief mit großem Befremden zur Kenntnis genommen worden sei und nicht dazu beitrage, Verständnis für die Anwohner in Nottuln zu entwickeln. „Was glaubt Herr Gerlach eigentlich, wer er ist?“, so eine Stimme.

Unterdessen hat sich eine weitere Nottulner Bürgerinitiative, die den Bau der Windräder begrüßt, an die Mitglieder Aufsichtsratsmitglieder gewandt. In ihrem Brief heißt es: „Wir möchten, dass Sie wissen: Die Mehrheit der Nottulner steht hinter diesem Klimaschutzprojekt.“ Alle Parteien in Nottuln hätten vor der Kommunalwahl im September den Ausbau der Windenergie befürwortet. Das werde jetzt umgesetzt. Weiter heißt es dort: „Die Kommunalpolitik ist gut aufgestellt, die Bürgerschaft will sich beteiligen, Landwirte aus Nottuln machen mit, und die Stadtwerke könnten loslegen.“

Die zwei Nottulner Bürgerinitiativen gegen die Windräder wiederum verweisen auf eine Petition, die über 1700 Mal unterschrieben worden sei. Der Windpark mit bis zu sieben Windrädern, der neu entstehen soll, zerstöre die Kulturlandschaft der Baumberge und rücke zu nah an die Wohnbebauung heran.

Am Dienstag (27. Januar) trifft sich der Aufsichtsrat der Stadtwerke. Aus diesem Anlass planen die Windkraft-Gegner auf dem Hafenplatz um 16.30 Uhr eine Mahnwache.

Im Ton vergriffen (Kommentar)

Brief der Windkraftgegner

Von Klaus Baumeister

Kritik ist erlaubt, aber nicht in diesem Ton. Nottulner Windkraftgegner haben sich selbst ins Abseits gestellt, indem sie den Aufsichtsratsmitgliedern der Stadtwerke Münster einen Brief geschickt haben, der in dieser Form nicht akzeptabel ist.

Es geht nicht an, Kommunalpolitikern damit zu drohen, dass sie mit ihrem Privatvermögen für mutmaßliche Fehlinvestitionen der Stadtwerke haften. Was soll die Bemerkung, die Stadtwerke seien nicht bei „einer der anerkannten Ratingagenturen“ gelistet? Was soll die Bemerkung, der Wirtschaftsprüfer der Stadtwerke sei ein „eher regional orientiertes Unternehmen“? Was soll die Bemerkung zu den angeblich „angespannten Bilanzverhältnissen der Stadtwerke“?

Die Kritiker der Windenergie haben das Recht, sachliche Argumente gegen den geplanten Bau von bis zu sieben Windrädern der Stadtwerke Münster in Nottuln vorzutragen. Die Betonung sollte aber auf dem Wort sachlich liegen.

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