Klimaneutralität als Deckmantel (16.04.2026)
Windpark Nottuln-Stockum
Zur Berichterstattung über den Ausbau der Windkraft
Der Gemeinderat in Nottuln hat 2021 eine „Strategie zur Klimaneutralität 2030“ beschlossen. Der Beschluss einer Strategie ist bekanntermaßen ja noch keine Umsetzung. Welche Möglichkeiten Kommunen bei der Umsetzung haben, um die Klimaneutralität 2045 (D) und 2050 (EU) zu erreichen, kann jeder in den Unterlagen des Umweltbundesamtes (UBA) nachlesen, Stichwort: Energie- und Treibhausgas-Bilanz nach dem BISKO-Standard.
Dabei wird vom UBA explizit darauf hingewiesen, dass eine Kompensation der Energiebilanz einer Kommune durch Überangebot von Ökostrom (= Kompensation wegen nicht durchgeführter Maßnahmen zur Treibhausgasreduzierung) nicht zulässig ist. Offenbar hat man dies in Nottuln missverstanden und begründet die Notwendigkeit zusätzlicher Windparks immer noch mit dem Ziel: Klimaneutralität 2030. Diese rein „bilanzielle“ = rechnerisch ermittelte Klimaneutralität ist weder zulässig, noch realistisch erreichbar = utopisch und dient lediglich als Deckmantel und Vorwand, um ein Riesen-Windparkprojekt voranzutreiben.
Städte wie Hamburg, die sich vorgenommen haben, mit gezielten Maßnahmen eine Klimaneutralität bis 2040 (5 Jahre früher als geplant) zu erreichen, investieren Milliarden in diese Projekte, unterstützen Ihre Bürger finanziell in den Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase und brauchen keinen Deckmantel, weil sie sich realistisch und planerisch korrekt mit dem Thema beschäftigen.
Wir sind gespannt, wie und wann sich die Gemeinde Nottuln angesichts ihrer Haushaltslage realistisch mit dem Thema befasst, statt mit Deckmänteln und Vorwänden unnötige weitere Windpark-Projekte zu protegieren.
Ralf Hubo
Nottuln
Historisch alle Artikel finden Sie unter dem Archiv-Reiter