Mehr Stille wagen (02.06.2026)
Windkraft in Nottuln-Stockum
Zum Interview „,Unterschiedliche Sprachen zulassen’“ vom 23. Mai
In seinem Interview zum Pfingstfest beschreibt Herr Caßens passend, wie Pfingsten zur Verständigung beitragen könne – im Gegensatz zur Trennung beim Turmbau zu Babel. Treffend nennt er dabei auch die Diskussion um die Windenergie in Nottuln als aktuelle Herausforderung.
Auf die Frage: „Was könnte man konkret tun, um mehr zusammenzukommen?“, antwortet Herr Caßens: „Mehr Stille wagen. Einfach mal in die Natur gehen, in sich hineinlauschen.“ Diese Aussage spricht mir aus der Seele.
Mein Sehnsuchtsort dafür ist Nottuln-Stockum. Pfingstsonntag der Spaziergang mit der Familie, Pfingstmontag die Joggingrunde mit der halben Familie, regelmäßige Runden mit dem Hund, Gespräche bei einem Spaziergang, um den Kopf freizubekommen, nach Konflikten wieder runterzukommen oder einfach den Berufsstress hinter sich zu lassen. Und wenn ich an die vielen Menschen denke, die mir dort begegnen, bin ich damit wohl nicht allein.
Genau in diesem Gebiet sollen sechs Windkraftanlagen entstehen. Das frustriert mich zutiefst. Denn hier geht es aus meiner Sicht nicht nur um Energiepolitik, sondern auch um die Frage, welchen Wert Stille, Natur und Erholung für uns Menschen haben. Was bedeutet es, wenn Orte verschwinden oder sich grundlegend verändern, an denen Menschen zur Ruhe kommen?
Auch die Auswirkungen solcher Eingriffe auf Landschaft und Tierwelt beschäftigen viele Menschen. Doch gerade der Wert von Stille und Erholung lässt sich nur schwer in Zahlen ausdrücken – obwohl viele Menschen ihn täglich erfahren.
Ich hoffe deshalb, dass wir auch künftig in Stockum „mehr Stille wagen“ und „einfach mal in die Natur gehen“ können – auch ohne Windräder an diesem Ort.
Georg Janzen, Nottuln
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