Gesundheitsschäden nicht wegzudiskutieren (11.02.2026)
Ausbau der Windkraft
Unerträglich ist es, wenn Entscheidungsträger über die Konsequenzen ihrer Entscheidungen in aller Öffentlichkeit lamentieren. Und noch unerträglicher ist es, wenn die Bedenken und Ängste der Menschen ignoriert werden. Dabei geht es nicht nur um Landschafts- und Artenschutz.
Es ist doch völlig verständlich, wenn Menschen um ihre Gesundheit und die ihrer Kinder fürchten angesichts eines Windparks mit Riesenwindrädern in unmittelbarer Nähe ihres Zuhauses. Erst kürzlich haben Bürger aus Ottmarsbocholt über ihre Erfahrungen mit den Windenergieanlagen (WEA) berichtet, so wie auch deutschlandweit viele andere Betroffene, die in der Nähe von WEA wohnen. Über Symptome wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel wird immer wieder geklagt. In der öffentlichen Diskussion werden diese Erkrankungen als Nocebo-Effekt abgetan. Also alles nur Einbildung, weil diese Menschen die negative Erwartung haben, dass WEA krank machen? Ist es tatsächlich und zweifelsfrei der aktuellste Stand der Wissenschaft, dass der Infraschall, ausgehend von WEA – auch von Riesen-WEA –, nicht gesundheitsschädlich ist? Können die Stadtwerke Münster, die genehmigenden Behörden und die Gemeinde Nottuln den Menschen in Nottuln garantieren, dass die geplanten WEA keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen haben? Bisher haben Klagen von Betroffenen vor deutschen Gerichten kaum eine Chance auf Erfolg. Und von denjenigen, die den Profit einstreichen, sind freiwillige Unterstützung und Ausgleich nicht zu erwarten.
Ob Nocebo-Effekt oder nicht – Gesundheitsschäden lassen sich nicht einfach wegdiskutieren, und das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit darf keine untergeordnete Rolle spielen. Finanzielle Bürgerbeteiligungen sollen die Akzeptanz von WEA fördern. Will man denn auch etwas tun, um den Schutz der Menschen zu fördern? Es ist doch ganz einfach: keine WEA in der Nähe von Wohnbebauung!
Ruth Wüllner
Nottuln
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