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Wind-Diskussion sorgt vorab für Streit (20.05.2026)

Kritik von Initiativen an geplanter Gesprächsrunde

Von Viola ter Horst

NOTTULN. Noch bevor die geplante Bürger-Diskussionsrunde zur Windenergie am 11. Juni stattfindet, wächst der Widerstand gegen das Format. Die Initiative „Gegenwind“ sagt eine aktive Teilnahme ab, auch „Windsinn“ äußert massive Kritik – vor allem an der geplanten Beteiligung der Stadtwerke Münster.

Die Gemeinde Nottuln bereitet derzeit die öffentliche Diskussionsrunde zum Thema Windenergie vor. Hintergrund ist ein entsprechender Bürgerantrag, dem der Rat zugestimmt hatte. Am 11. Juni soll die Veranstaltung stattfinden. Bürger sollen dabei mit verschiedenen Akteuren ins Gespräch kommen können – darunter Bürgermeister, Verwaltung, Parteien, Kreis und Stadtwerke Münster als Windenergie-Projektierer. Doch bei den beiden Bürgerinitiativen „Gegenwind“ und „Windsinn“, die vom Bürgermeister eingeladen wurden, jeweils zwei Teilnehmer für die Runde zu benennen, gibt es bereits deutliche Vorbehalte. „Gegenwind“ lehnt sogar ausdrücklich ab, Teilnehmer in die Runde zu schicken. „Grundsätzlich begrüßen wir jede Form eines offenen Austauschs zu einem Thema, das ganz Nottuln betrifft. Dennoch haben wir uns nach intensiver Beratung entschieden, an der Veranstaltung in der vorgesehenen Form nicht teilzunehmen“, heißt es in einem Schreiben der Initiative, das von Beatrix Baumgürtel sowie Ruth und Axel Winkler unterzeichnet wurde.

„Wir finden, dass diese Gesprächsrunde viel zu spät kommt“, sagte Axel Winkler gegenüber unserer Redaktion. Kritisch sieht die Initiative zudem das geplante Fishbowl-Format – eine Diskussionsform, bei der zunächst ein kleinerer Teilnehmerkreis debattiert, während die übrigen Besucher zuhören. Zwar soll grundsätzlich die Möglichkeit bestehen, Fragen an die Teilnehmer zu stellen. „Tatsächlich bleiben die meisten Bürger Zuschauer, während Vertreter aus Verwaltung, Politik, Kreis und Stadtwerken strukturell deutlich stärker eingebunden sind“, kritisiert „Gegenwind“. Eine echte Diskussion auf Augenhöhe sehe anders aus. Zudem heißt es in dem Schreiben: „Wir befürchten, dass die geplante Veranstaltung weniger einem offenen Austausch dient als vielmehr dem Versuch, nachträglich den Eindruck von Bürgerbeteiligung zu erzeugen.“

Aber auch „Windsinn“ formuliert erhebliche Bedenken. In einer Mail an Bürgermeister Dr. Dietmar Thönnes fordert die Initiative unter anderem, auf eine Einladung der Stadtwerke Münster zu verzichten. Die Stadtwerke planen bekanntlich gemeinsam mit weiteren Partnern den Windpark Nottuln-Stockum mit sechs Windenergieanlagen, gegen den die beiden Initiativen sind. „Windsinn“ stellt sich vor, dass vielmehr „erstmals eine echte Diskussionsrunde unter Nottulnern stattfindet“, also ohne Stadtwerke Münster, wie dem Schreiben zu entnehmen ist, das von Viola Birkenmaier für „Windsinn“ unterzeichnet ist und der Redaktion vorliegt. Die Initiative verweist zudem darauf, dass den Projektierern bereits bei der von der Gemeinde organisierten Windmesse im November 2025 Gelegenheit gegeben worden sei, ihre Projekte öffentlich vorzustellen.

Zudem hinterfragt „Windsinn“ die konkrete Ausgestaltung des Abends. Unter anderem möchte die Initiative wissen, welche Teilnehmer eingeladen werden, wer die Moderation übernimmt und wie das angekündigte Fishbowl-Format bei einer größeren Zahl von Beteiligten praktisch umgesetzt werden soll. Auch die Rolle der Antragsteller des Bürgerantrags müsse klar definiert werden. Dabei stellt „Windsinn“ ausdrücklich fest, dass der Bürgerantrag nicht von der Initiative selbst initiiert worden sei.

Vor allem aber lehnt „Windsinn“ die Teilnahme der Stadtwerke Münster ab. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: „Das war schon im Oktober des vergangenen Jahres so, als sich Befürchtungen glattweg bestätigten, dass unter Beteiligung der Stadtwerke ein Dialog ‚auf Augenhöhe‘ mit Verwaltung und Politik nicht möglich ist. Wir reden mit den Stadtwerken, aber auf anderen Ebenen.“

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