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Stadtwerke verkaufen unbemerkt zwei Windräder (02.07.2026)

Kein Vertrauen mehr in Hersteller General Electric

Von Klaus Baumeister

MÜNSTER. Für Außenstehende ist der Vorgang nur schwer verständlich: In diversen Münsterland-Kommunen planen die Stadtwerke Münster aktuell den Bau neuer Windräder, in Münster selbst haben sie jetzt zwei Anlagen verkauft – ohne die Öffentlichkeit aktiv darüber zu informieren.

Erst auf Nachfrage bestätigte Juliette Polenz, Sprecherin der Stadtwerke, eine entsprechende Information unserer Redaktion. „Wir haben die beiden Windenergieanlagen Haus Tinnen und Raringheide an die Stadtwerke Duisburg verkauft.“

Der Verkauf sei bereits Ende Mai vollzogen worden, und alle entsprechenden Stellen (Flächeneigentümer, die Bezirksregierung als ehemalige Aufsichtsbehörde und die Stadt Münster als neue Aufsichtsbehörde) seien informiert worden.

Die Wahl sei auf die Stadtwerke Duisburg gefallen, so Polenz weiter, weil sie das beste Angebot vorgelegt hätten. „Für die Stadtwerke Duisburg ist der Kauf attraktiv, weil sie mit den Windenergieanlagen ihr erneuerbares Erzeugungsportfolio ohne Planungs- und Bauzeiten unmittelbar erweitern können.“ Zum Kaufpreis machte die Sprecherin keine Angaben.

Das Windrad Raringheide südlich von Hiltrup sowie das Windrad Haus Tinnen nordwestlich von Amelsbüren wurden ebenso wie das inzwischen demontierte Windrad Loevelingloh von Hersteller General Electric (GE) geliefert.

Anders als die Anlage in Loevelingloh, die wegen anhaltender Probleme jahrelang stillstand, sind die nach Duisburg verkauften Windräder aber „technisch einwandfrei“, so Polenz.

Zu den Gründen sagte die Sprecherin weiter, dass der Verkauf aus grundsätzlichen Erwägungen gegenüber dem Hersteller GE erfolgt sei: „Nach der Einigung mit GE über die Rückabwicklung der Anlage Loevelingloh kamen die Stadtwerke Münster zu dem Schluss, dass das für eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit erforderliche Vertrauen in den Hersteller nicht mehr gegeben war.“

Nach Recherchen unserer Redaktion hat der Streit mit dem Hersteller unter anderem dazu geführt, dass die Stadtwerke Probleme damit bekommen haben, mit GE die erforderlichen Wartungstermine für die Anlagen Raringheide und Haus Tinnen zu vereinbaren.

Die Geschäftsbeziehungen zwischen GE und den Stadtwerken waren bis zuletzt angespannt. GE hatte es nicht geschafft, das Windrad Loevelingloh in genehmigungskonformen Zustand zu versetzen. Die Lärmschutzwerte wurden nicht eingehalten.

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